Schuster-Orgel Waldkirchen

Auszüge aus dem Abnahmebericht der generalüberholten Orgel in der Kirche zu Waldkirchen

Am 25.01.2005 habe ich in Anwesenheit von Herrn KMD Bräunig, Herrn Kantor Hertel, Herrn Dörfel vom KV, Herrn Orgelbaumeister Wolf und Herrn Orgelbauer Voß die durch Fa. Vogtländischer Orgelbau generalüberholte Schuster-Orgel in der Kirche zu Waldkirchen der Abnahmeprüfung unterzogen.

Bei der Abnahmeprüfung konnte ich pauschal feststellen, dass die Firma Wolf insgesamt gute, fachgerechte, hochwertige Arbeit auf dem bei dieser Firma gewohntem Niveau geleistet hat. Auch ist die undankbare und nervenaufreibende Aufgabe, Mängel aufgrund fehlerhafter Konstruktion und schlechter Verarbeitung (der Erbauerfirma) abzustellen, so gut wie möglich gelöst.

Der Spieltisch mit den neubelegten Klaviaturen, den überarbeiteten Registerschaltern und Knöpfen, den aufgefrischten Furnieren bietet einen erfreulichen Anblick. Es gibt keine störenden elektrischen Schalter mehr und die Beleuchtung ist ebenso elegant-dezent wie effektiv. Die Spieltraktur funktioniert in beiden Manualen und im Pedal präzise und repetiert einwandfrei. Das II. Manual kommt entfernungsbedingt geringfügig später, was aber nicht stört.Sehr schön sieht der neue Zinnprospekt aus, er wertet das Instrument optisch ungemein auf.

Die Intonation kann ich nur als gelungen bezeichnen. Herr Wolf hat mit großem Einfühlungsvermögen und Können das spezifische spätromantische Klangbild dieser Orgel wiedererstehen lassen... Es macht Freude, auf dem Instrument zu spielen, zumal ja auch die Traktur wieder angenehm läuft. In meinem Gutachten vom 23.4.2003 hatte ich, vor allem im Blick auf den besonderen Klang und die fortschrittliche Spieltischgestaltung, sehr euphorisch über die Orgel geurteilt. Das muss nach den Erfahrungen bei der Überholung nun relativiert werden. Die These von Herrn Wolf, dass die Orgel noch nie ordentlich funktioniert und geklungen haben könne, wird gestützt durch die Tatsache, dass das neue Instrument 1907 erst im zweiten Anlauf nach etlichen Nacharbeiten abgenommen wurde. Es ist bedauerlich, dass es all den Ärger bei den Arbeiten gegeben hat, und es ist für eine Firma eine undankbare Aufgabe, wenn sie bei der Überholung konstruktive Mängel und schlechte Handwerksarbeit des Erbauers verbessern soll. Die Firma Wolf hat hier das Bestmögliche geleistet, das muss uneingeschränkt anerkannt werden. So kann man sagen, dass die Orgel jetzt erstmals in ihrem Dasein ordentlich funktioniert und so klingt, wie es wohl gedacht war. Die Abnahme wird ohne Vorbehalt empfohlen.

Thurm, den 17.02.2005

Disposition

I. MANUAL C – a³

1. Bordun 16'
2. Principal 8'
3. Gamba 8'
4. Hohlflöte 8'
5. Dolce 8'
6. Octave 4'
7. Gemshorn 4'
8. Octave 2'
9. Cornett 3-4fach 2 2/3'
10. Mixtur 4fach 2'
11. Trompete 8'

II. MANUAL C – a³

12. Gedackt 16'
13. Geigenprincipal 8'
14. Salicional 8'
15. Vox coelestis 8' ab c°
16. Gedackt 8'
17. Aeoline 8'
18. Fugara 4'
19. Konzertflöte 4'
20. Piccolo 2'
21. Mixtur 3fach 2'
22. Oboe 8'

PEDAL

23. Principalbaß 16'
24. Subbaß 16'
25. Principal 8'
26. Violoncello 8'
27. Posaune 16'
28. Transmission: Gedacktbaß 16'

KOPPELN

Manualkoppel
Pedalkoppel I und II
Octavkoppel I/I (Super)
Octavkoppel II/I (Sub)

SPIELHILFEN

Crescendo
Crescendo Einschalter
Schweller
Zungenreg. Ausschalter
Register Einschalter
Pedalumschaltung
Feste Komb. P, MF, F, FF, TUTTI
eine freie Kombination
Auslöser