Schüssler-Wolf-Orgel Neumark

Auszüge aus dem Abnahmebericht der generalüberholten, technisch und klanglich verbesserten Orgel in der Kirche zu Neumark

Am 28.02.2008 habe ich die von der Firma Vogtländischer Orgelbau generalüberholte und teilweise umgebaute Orgel in der Kirche zu Neumark in der Anwesenheit von Herrn Pfarrer Spitzner, Herrn Kantor Kamprad, Herrn Orgelbaumeister Wolf mit Tochter und später dazukommend, Herrn Kirchenvorstand Vogel und KMD Schieferstein der Abnahmeprüfung unterzogen.

Die erste Baustufe umfasste die technische Überholung bzw. Sanierung, bei der sich fortlaufend und in erschreckendem Umfang konstruktive und qualitative Mängel zeigten, die verantwortlicherweise nicht belassen werden konnten. Ein großer Teil der Mängel wurde erst nach der Demontage der Orgel erkennbar und führte zu immer mehr, nicht vorher kalkuliertem Arbeitsaufwand.

Die neue Intonation sollte im Grundstimmbereich erheblich mehr Volumen, Charakter und Präsenz bringen, bessere Verschmelzung der Aliquote und bessere Einbindung der hohen Stimmen und Mixturen. Wenn man schon die Orgel nach der technischen Überarbeitung nicht mehr wiedererkennt, dann erst recht nicht mit der neuen Intonation. Mit einem Wort: sie ist klanglich ein völlig neues Instrument geworden. Der erste Eindruck ist, dass der Klang trägt und sowohl bei leisen wie auch lauten Registrierungen den Raum füllt. Es ist eine große Freude, am Spieltisch zu sitzen und die vielerlei Registrier- und Farbmöglichkeiten auszuprobieren. Das was die Disposition zu bieten hat, ist erschlossen und viel reichhaltiger als man vermutet hätte. Das Klankonzept erweist sich mit dieser meisterhaften Intonation als schlüssig.

Dass die Neumarker Orgel nach den so umfangreichen Arbeiten wesentlich besser würde, durfte man wohl erwarten, und es war im Lauf der Zeit auch immer deutlicher zu erkennen. Die wirklich große Überraschung bei der Endabnahme war der Klang, der gewissermaßen das ganze Unterfangen krönt und rechtfertigt, trotz der bitteren Pille der immer weiter gestiegenen Kosten.

Das Neumarker Projekt war für die Orgelbaufirma eine undankbare Sache. Sie hat die Herausforderung angenommen und ein Ergebnis erzielt, das sich sehen und vor allem hören lassen kann. Die Firma Vogtländischer Orgelbau hat rundum vorzügliche Arbeit geleistet und aus der Orgel das Beste gemacht, was möglich war. Herr Wolf und seine Mitarbeiter verdienen für diese Leistung alle Anerkennung. Die Abnahme wird ohne Vorbehalt empfohlen.

Dresden, 5.März 2008 Reimund Böhmig - Weißgerber

Disposition

I. MANUAL C – g³

1. Quintadena 16' 
2. Prinzipal 8' 
3. Gedackt 8' 
4. Oktave 4' 
5. Spitzflöte 4' 
6. Waldflöte 2' 
7. Sifflöte 1 1/3' 
8. Mixtur 4fach 1 1/3' 

II. MANUAL C – g³

9. Rohrflöte 8' 
10. Prinzipal 4' 
11. Kleingedackt 4'
12. Nassat 2 2/3' 
13. Oktave 2'
14. Terz 1 3/5' 
15. Oktave 1'
16. Zimbel 3fach 2/3' 
17. Krummhorn 8' 

PEDAL C – f¹

18. Kontrabaß 16' 
19. Subbaß 16'
20. Prinzipalbaß 8' 
21. Gedacktpommer 8'
22. Nachthorn 4'
23. Choralbaß 3fach 4' 
24. Posaunenbaß 16'

KOPPELN

Manualkoppel II/I
Pedalkoppel I/P; II/P

SPIELHILFEN

Tremulant zum II. Manual