Gotthilf-Bärmig-Orgel Glauchau-Gesau

Zweimanualige Orgel mit mechanischer Ton- Registertraktur auf Schleiflade mit 15 Registern in Haupt- und Hinterwerk sowie Pedal, erbaut 1878 von Gotthilf Bärmig (1815 – 1899).

Auszug aus dem Abnahmebericht der Bärmig-Orgel in der St. Andreaskirche zu Gesau

Am 15.04.2005 habe ich in Anwesenheit von Herrn Pfarrer Bernhardt, Herrn KMD Bernstein, Herrn OBM Wolf und Mitgliedern des Kirchenvorstandes die von Firma Vogtländischer Orgelbau Thomas Wolf ausgeführten Arbeiten an der Bärmig-Orgel in der Kirche zu Gesau der Abnahmeprüfung unterzogen.

Viola di Gamba hat ausgeprägten, nicht zu scharfen Strich, dabei auch Fülle. Sie spricht sauber und präzise an, in der tiefen Lage mit dezentem Schluchzen. Die Tertia ist von enormer Leuchtkraft und bringt eine bisher nicht vorhandene, starke Farbe sowohl als Solostimme wie auch im Pleno. Wäre die Gesamtintonation der Orgel geblieben wie sie war, hätte sich die Tertia nicht so ungezähmt entfalten dürfen, was schade gewesen wäre. Es ist dem Kirchenvorstand hoch anzurechnen, dass er nicht nur die unumgänglichen Arbeiten zur Schadensbeseitigung hat machen lassen, sondern auch noch die komplette Überarbeitung der Intonation in Auftrag gegeben hat.

Das Ergebnis übertrifft die Erwartungen. Der Zugewinn an Fülle, Wärme und Charakteristik ist so, dass man meint, eine ganz andere Orgel zu hören. Ohne das sie lauter geworden wäre, hat sie etwas von der Monumentalität einer Kathedralorgel bekommen. Die in den Originalzustand versetzte Disposition gibt der Orgel eine klangliche und stilistische Schlüssigkeit, die ihr die Barockisierung genommen hatte, ohne dafür ein Äquivalent zu bieten.

Mag sein, dass die stilistischen Möglichkeiten etwas weniger geworden sind, aber das, was möglich ist, ist schön und stimmig und eine Universalorgel gibt es ohnehin nicht. So kann ich nur feststellen, dass es richtig war, sich für Qualität statt Quantität zu entscheiden. Es hat mir große Freude gemacht, beim Einweihungsgottesdienst auf diesem kostbaren kleinen Instrument zu spielen. Herr Wolf und seine Mitarbeiter haben beste Arbeit geleistet, die Restaurierung ist gelungen und die Orgel so, wie man sich gewünscht hat, dass sie werden möge. Die Abnahme wird ohne Vorbehalt empfohlen.

Thurm, den 28.04.2005, Reimund Böhmig

Disposition

I. MANUAL

1. Bordun 16' Holz, original
2. Principal 8' C-Dis Holz, E-g'' Prospekt, Zink,
ab gis'' Zinn (alte Pfeifen auf Lade)
3. Doppelflöte 8'
4. Octave 4' Zinn, original
5. Gemshorn 4' 12 (C-H) Pfeifen ergänzt
6. Quinte 2 2/3' Zinn, original
7. Octave 2' Zinn, original
8. Tertia 1 3/5' Rekonstruktion
9. Mixtur 3fach; Zinn, original

II. MANUAL

10. Lieblich Gedackt 8' (Original)
11. Gamba 8' (Rekonstruktion)
12. Flöte 4' (Original)

PEDAL

13. Subbaß 16' Holz, original
14. Violonbaß 16' Holz, original
15. Principalbaß 8' Holz, original

KOPPELN

Pedalkoppel I
Manualkoppel II/I