Justinus-Ehrenfried-Gerhard-Orgel Bürgel

Die Orgel in der Stadtkirche St. Johannis zu Bürgel wurde in den Jahren 1766/67 durch Justinus Ehrenfried Gerhard und seinen Sohn Christian August Gerhard aus Lindig bei Kahla erbaut. Sie hatte auf zwei Manualen (Hauptwerk und Oberwerk) und Pedal ursprünglich 21 klingende Stimmen, Schleifladen und mechanische Ton- und Registertraktur und ist somit das größte erhaltene Instrument des Lindiger Meisters.

In über 200 Jahren hat die Orgel eine wechselvolle Geschichte gehabt, die zum Teil an Bleistiftinschriften im Orgelgehäuse abzulesen sind. Das Pfeifenwerk war noch – abgesehen von den Principalregistern im Prospekt und den im Zuge von Dispositionsänderungen auseinandergenommenen oder umgestellten Registern – in wesentlichen Bestandteilen erhalten, allerdings zumeist in schlechtem Zustand. So waren die Pfeifen, die zunächst mehrfach gekürzt worden waren, 1874 durch Hermann Kopp um zwei Halbtöne nach unten versetzt worden, um eine Stimmmung herzustellen, nach der die Gemeinde wieder singen konnte.

Die Restaurierung und Rekonstruktion der Orgel erfolgte durch unsere Werkstatt bis Herbst 1996. Dabei wurde der Stimmton wieder auf das Original zurückgeführt. Das gesamte Pfeifenwerk musste aufwendig angelängt und die verschüttete Intonation wieder rekonstruiert werden. Das Instrument erhielt zu dem neue Prospektpfeifen im Hauptwerk (Seitenfelder und stummes Mittelfeld) und im Oberwerk (Mittelfeld). Die restlichen Pfeifenfelder sind noch mit nun wieder angelängten Originalpfeifen besetzt. Neben den sehr intensiven klanglichen Arbeiten wurde das Instrument auch technisch in allen Teilen aufwendigst restauriert. Dazu gehörte unter anderen auch die Rekonstruktion der nicht mehr vorhandenen Manualklaviaturen und der Registerschilder aus Porzellan. Das Register Vox Humana 8´ sowie der Tremulant und der Zimbelstern konnten damals aus Kostengründen nicht rekonstruiert werden und harren somit noch einer Verwirklichung. 

Disposition

HAUPTWERK C, D – c³

1. Bordun 16' 
2. Principal 8'
3. Gemshorn 8'
4. Gedackt 8' 
5. Octava 4' 
6. Rohrflöte 4' 
7. Quinta 3' 
8. Octava 2'
9. Tertian 2fach 1 3/5' & 1 1/3'
10. Mixtur 4fach 1'

OBERWERK C, D – c³

11. Principal 4'
12. Viola di Gamba 8'
13. Barem 8'
14. Flauto dolce 4'
15. Waldflöte 2'
16. Quinta 1 1/2'
17. Vox Humana 8' (noch nicht rekonstruiert)

PEDAL: C, D – c¹

18. Principalbass 16'
19. Subbass 16'
20. Octavenbass 8' 
21. Posaunenbaß 16'

Manualkoppel als Schiebekoppel
Pedalkoppel Hauptwerk an Pedal 

Tremulant (noch nicht rekonstruiert)
Zimbelstern (noch nicht rekonstruiert)