Hermann-Eule-Orgel Klingenthal-Brunndöbra

Fotos 2 und 3: orgel-information.de, Andreas Schertel

Erbaut wurde das Instrument für die Lutherkirche Brunndöbra 1909 von Hermann Eule aus Bautzen als op. 126. Restauriert im Jahr 2000 durch Orgelbau Schüßler/Thomas Wolf, Greiz (seit 2002 Vogtländischer Orgelbau).

Auszüge aus dem Abnahmebericht
Ganz wesentlich ist bei einer Orgelüberholung die Intonation. Hier ging es darum, das ursprüngliche Klangbild, das vor allem durch die Verschmutzung der Pfeifen, aber auch durch mechanische Veränderungen verblasst und unausgeglichen geworden war, wiederherzustellen. Diese gewissermaßen nachschöpferische Arbeit braucht neben dem nötigen Können ein großes Einfühlungsvermögen in die Klangvorstellung des Erbauers. Herr Orgelbaumeister Wolf hat vielfältig gezeigt, dass er für solche Arbeit besonders befähigt ist, und in Brunndöbra diese Erfahrungen erneut und überzeugend bestätigt. So ist nun das Klangerlebnis einer original erhaltenen romantischen Orgel möglich.

Das Pleno hat gegenüber einem barocken Pleno weniger Glanz, dafür Gravität und Fülle. Besonders gelungen sind die charakteristischen und fein nuancierten Streicher- und Flötenfarben. Es beeindruckt, wie präzise die heiklen engen Streichregister bis in die tiefsten Lagen ansprechen – eine intonatorische Glanzleistung! Neben dem imposanten Pleno und Tutti entfaltet die Orgel ihren besonderen Reiz bei piano- und mezzoforte - Registrierungen.

Es ist ein Klangreichtum der besonderen Art, den man unverfälscht und in dieser Qualität nur selten findet. Man erkennt daran die Meisterschaft der Firma Eule, die das Instrument 1909 gebaut hat, aber ebenso das Können von Herrn Wolf und seinen Mitarbeitern, die es gewissermaßen zu neuem Leben erweckt haben.

Thurm, 15.03.2001, Reimund Böhmig 

Disposition

I. MANUAL

1. Bordun 16'
2. Principal 8'
3. Gamba 8'
4. Hohlflöte 8'
5. Dolce 8'
6. Octave 4'
7. Gemshorn 4'
8. Quinte 2 2/3'
9. Oktave 2'
10. Mixtur 3-4f. 2'
11. Trompete 8'

II. MANUAL – Schellwerk

12. Geigenprinzipal 8
13. Salicional 8'
14. Violine 8'
15. Aeoline 8'
16. Vox coelestis ab c° 8'
17. Gedackt 8'
18. Viola 4'
19. Concertflöte 4'
20. Rohrflöte 4'
21. Fugara 2'
22. Mixtur 2-3f. 2 2/3'

PEDAL

23. Violonbaß 16'
24. Subbaß 16'
25. Gedacktbaß 16'
26. Principalbaß 8'
27. Violoncello 8'
28. Posaunenbaß 16'

Manualumfang C – a³
Pedalumfang C – f¹
Taschenladen mit pneumatischer Traktur
II/I; I/P; II/P Super II/I Sub II/I
1 freie Kombination
4 feste Kombinationen
Crescendo als Tritt und Handgriff
automatische Pedalumschaltung